
Herzkatheteruntersuchung
Der Herzmuskel wird über 2 Herzkranzarterien (rechte und linke Herzkranzarterie) mit Blut versorgt. Diese gehen unmittelbar oberhalb der Klappe ab, die das Herz von der Hauptschlagader (Aorta) trennt. Durch Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen oder wird die Alterung der Herzkranzarterien beschleunigt. Es kommt zu Ablagerungen von Fetten, Bindegewebe und Kalk in den Wänden der Herzkranzgefäße, die bei Fortschreiten zu Verengungen (Stenosen) führen können. Diese Stenosen beinträchtigen ab einem bestimmten Grad die Durchblutung des Herzmuskels (= koronare Herzkrankheit, kurz: KHK). Charakteristische Anzeichen einer koronaren Herzkrankheit sind Angina pectoris (Brustenge bzw. Druckgefühl hinter dem Brustbein) und Atemnot unter körperlicher Belastung.
Falls die Voruntersuchungen und die Beschwerden den Verdacht auf eine KHK ergeben, wird eine Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) empfohlen.
Die Herzkatheteruntersuchung ist trotz ihres invasiven Charakters ein sicheres Diagnostikverfahren. Alternative Verfahren wie eine Magnetresonanztomografie (Herz-MRT) oder Computertomografie (Herz-CT) bieten noch nicht die Sicherheit und Aussagekraft der Herzkatheteruntersuchung, wenngleich diese Methoden in Zukunft sicherlich häufiger zum Einsatz kommen werden.
Im Unterschied zu den anderen diagnostischen Untersuchungsmethoden kann nach Durchführung einer diagnostischer Herzkatheteruntersuchung in gleicher Sitzung die Behandlung der Stenosen in den Herzkranzgefäßen durchgeführt werden. Die Engstellen werden mittels eines Ballons geweitet (Ballondilatation) und durch Gefäßstützen (Stents) stabilisiert. Die Stents, die heutzutage implantiert werden, setzen nach und nach Medikamente frei, um mögliche Gewebewucherungen zu vermeiden und somit den wieder hergestellten Gefäßquerschnitt zu erhalten.
Die reine Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) dauert in der Regel weniger als 15 Minuten. Müssen Engstellen behandelt werden, kann sich der Eingriff unter Umständen auch über eine Stunde hinziehen.
Da für die Untersuchung gewisse räumliche und apparative Voraussetzungen erfüllt sein müssen, führe ich die Untersuchung in einer der umliegenden Kliniken durch.